Hattert im Jahre 1988

Nach der Gemeindestatistik von 1988 leben in Hattert 1.732 Menschen, 854 Männer und 878 Frauen. 318 Einwohner sind über 70 Jahre alt, es gibt 444 Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 20 Jahre.

 

Von der Landwirtschaft leben 1988 noch ca. 60 Menschen in Hattert, die 10 Vollerwerbsbauernhöfe betreiben. 25 Bauernhöfe sind als Nebenerwerbsbetriebe zu betrachten, von den ca. die Hälfte von Rentnern bewirtschaftet wird. Es gibt heute noch ca. 600 Stück Großvieh, das hauptsächlich in den während der 60er Jahre in der Außengemarkung gebauten Aussiedlerhöfen in Massentierhaltung versorgt wird.

 

Der Großteil der Bevölkerung arbeitet als Pendler, teilweise als Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes in den nahegelegenen Städten Hachenburg, Altenkirchen oder Koblenz. Bis zum zweiten Weltkrieg wurde in den Siegerländischen Erzbergwerken und in den Walzwerken in Wissen gearbeitet.

 

Es gab 1988 in Hattert zwei kleine Lebensmittelgeschäfte, sechs Gaststätten, zwei Schreinereien, zwei Gärtnereien, zwei Autowerkstätten, zwei Heizungs- und Sanitärinstallationsbetriebe, zwei Elektrogeschäfte, ein Anstreicher- und ein Stuckgeschäft für Außenfassaden und Grabmäler und ein Handel mit Heizöl und Düngemitteln. Ein glasverarbeitender Betrieb, der seit 1982 besteht, stellt Glasfilter für den medizinischen Bedarf her.

 

Auf dem ehemaligen Hof Sophienthal ist seit dem Anfang des Jahrhunderts eine Samengroßhandlung untergebracht, die den sogenannten Reichmann-Samen vertreibt. Dort arbeiteten bis zu 50 Frauen im Winter, die die Aufgabe hatten, den Samen in Tüten zu verpacken.

 

Bis zum Jahre 1985 wurden von der Gemeinde Hattert bis zu 4 Bullen als Zuchtvieh gehalten. Die gemeinde kaufte den Bullen und zahlte für Futter und Pflege ca. 2000,- DM an den jeweiligen Bullenhalter, der eine Deckliste anfertigte, die jährlich der Gemeinde vorgelegt wurde. Der Bürgermeister stellte zusammen, wie oft die jeweiligen Landwirte den Gemeindebullen in Anspruch genommen hatten. Das Deckgeld wurde vom Gemeinderat jährlich festgesetzt. Es war so berechnet, dass es nie kostendeckend war, sondern teilweise durch Jagdpachteinnahmen der Gemeinde und einem Gemeindezuschuss finanziert wurde.